• Sebastian

Langzeitbelichtungen mit ND-Filtern

Aktualisiert: Feb 9

Du kennst Fotos, bei denen das Wasser wie ein Nebel verschwimmt? Du weißt aber nicht genau, wie man zu solchen Bildern kommt?

Kein Problem - in diesem Artikel erfährst du wie du das hinbekommst.


Was ist ein ND-Filter?

Ein Neutraldichtefilter ist ein abgedunkeltes Glas, dass man zum Zweck einer längeren Belichtungszeit auf das Objektiv schrauben/stecken kann. Diese Filter gibt es in unterschiedlichen "Abdunklungsstufen" -> ND-Faktor: je höher der Faktor (z.B. ND1000), desto mehr wird das Bild abgedunkelt bzw. desto länger muss man belichten, um wieder auf das "gleiche" Ergebnis wie ohne den Filter zu kommen.


Das heißt: bei Fotos bei denen Wolken durchs Bild ziehen oder Wasser wie Nebel dahinfließt, wurde die Belichtungszeit mit Hilfe von ND-Filtern nach oben geschraubt.

Bild 1: Belichtungszeit: 10s

Bild 2: Belichtungszeit: 6s



Wie entsteht so ein "langzeitbelichtetes" Bild?

Für die Erklärung zum Arbeitsablauf nehmen wir als Beispiel das Bild 1.

  1. Such dir ein tolles Bild (nach Möglichkeit: Vordergrund, Motiv, Hintergrund oder einen anderen kreativen Bildaufbau)

  2. Positioniere die Kamera auf einem Stativ und mache ein "Probefoto". Stelle dabei den Kameramodus auf Zeitautomatik und gib die Blende entsprechend deiner Bildvorstellung ein (geringe oder große Schärfetiefe usw.). Stell den ISO-Wert zunächst auf 100.

  3. Welche Belichtungszeit hat die Kamera gewählt? Bei unserem Beispiel waren es etwa 1/100s. Da man nach ein paar Langzeitbelichtungsveruschen weiß, dass man für unsere gewünschte Aufnahme mindestens ein paar Sekunden belichten muss, wählen wir nun den ND1000-Filter aus, da dieser die Belichtungszeit um das 1000-fache verkürzt.

  4. Wir schrauben den ND1000-Filter auf das Objektiv und stellen die Kamera auf den Modus M (Manuell). Wir lassen die Blende und ISO im Vergleich zum Probefoto unverändert, stellen jetzt aber die Belichtungszeit auf das 1000-fache -> bei unserem Beispiel sind das jetzt 10s (ohne ND-Filter 1/100s).

  5. Foto machen - fertig!


ND-Stufen

Du fragst dich, was der Unterschied zwischen einen ND64- und einen ND1000-Filter ist? Das ist ganz einfach erklärt: die Zahl hinter den "ND" gibt den Faktor für die Verkürzung der Belichtungszeit an: z.B. Macht man ohne ND-Filter ein Bild mit einer Belichtungszeit von 1/10s, muss man mit einen ND1000-Filter die Belichtungszeit um das 1000-fache erhöhen, um auf das gleiche Endergebnis zu kommen.



Welche Ausführungen gibt es am Markt?


1. Schraubfilter

Die wohl am häufigsten verwendeten ND-Filter sind mit einem Schraubgewinde ausgestattet und können direkt auf das Objektiv geschraubt werden. Der Vorteil dieser Filter ist, dass sie

  • leicht zu verwenden und handelbar sind,

  • zum Objektiv dicht abschließen und somit kein Streulicht auf der Seite "eindringen" kann

  • günstiger als Steckfilter sind

Nachteile:

  • nicht jedes Objektiv (meist Weitwinkelobjektive) wie zum Beispiel das Sigma 14mm F1,8 DG HSM Art oder das Sigma 14-24mm F2,8 DG DN Art haben aufgrund ihrer gewölbten Frontlinse ein Filtergewinde.

  • man benötigt aufgrund der unterschiedlichen Filtergewinden (49mm, 55mm, 58mm, 67mm usw.) mehrere Filtergrößen bzw. kann man mit Step-Up-Ringen arbeiten.




2. Steckfilter

Bei Steckfilter handelt es sich um rechteckige Filter, die in eine auf das Objektiv montierte Halterung geschoben werden können.

Foto: Cokin


Es gibt unterschiedliche System im Bezug auf die Montage der Halterung auf dem Objektiv. Zum einen gibt es Halterungen, die direkt oder mittels Adapter in das Filtergewinde des Objektivs geschraubt werden können, zum anderen gibt es System, die auf die Streulichtblende des Objektivs geklemmt werden (dabei ist zu beachten, dass es für gewisse Objektive eigene Halterungen gibt).


Vorteile des Stecksystems:

  • das Wechseln der Filter geht recht schnell und unkompliziert

  • es können meistens bis zu drei Filter gleichzeitig verwendet werden

  • die Verwendung von Verlaufsfiltern macht eigentlich nur mit einem Stecksystem Sinn

  • die Filter können bei mehreren Objektiven verwendet werden, man benötigt nur unterschiedliche Halterungen bzw. müssen diese adaptiert werden.


Nachteile:

  • die Investitionskosten sind relativ hoch

  • zwischen den einzelnen Filtern kann sich je nach Situation hin und wieder ein Lichtstrahl verirren




3. Rückfilter

Rückfilter werden am Ende des Objektivs (Anschluss zur Kamera) eingelegt und mit einem "Schieber" verriegelt.

Die Auswahl an Rückfiltern ist sehr begrenzt, da das Objektiv eine entsprechende Halterung integriert haben muss.



Was ist ein Verlaufsfilter?

Verlaufsfilter haben im oberen Drittel/Hälfte eine höhere ND-Stufe als am restlichen Filter. Somit hat man die Möglichkeit, z.B. nur den Himmel und nicht das ganze Bild abzudunkeln. Verlaufsfilter gibt es wiederum zum Schrauben und zum Stecken, wobei man bei der Verwendung mittels Steckfiltersystem deutlich flexibler arbeiten kann.



Ich möchte mir ND-Filter zulegen - worauf muss ich achten?

Neben den eben genannten Vor- und Nachteilen zum Schraub- bzw. Stecksystem gibt es vor allem die Qualitätsunterschiede diverser Hersteller bzw. deren Serien zu beachten.

Günstigere Filter sind zumeist aus Kunststoff, hochwertigere Filter sind aus nicht reflektierenden, Wasser- und Öl-abweisenden beschichtetem und vergütetem Glas.



Was kann ich dir anbieten?

Aktuell kann ich dir Schraubfilter von Hoya sowie ein Rückfilterset von Haida zum Mieten und Kaufen anbieten


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